Schlagwort-Archiv: Vorbereitung Katze OP

Operationen bei der Katze – richtig vorbereiten

Bei einem unserer Kater war es am Montag mal wieder so weit – er musste zum Tierarzt und dort operiert werden. Zum Glück nichts schlimmes: Es musste lediglich ein Zahn gezogen werden. Dennoch handelt es sich um einen richtigen Eingriff. Die Katze muss zum Tierarzt, in Vollnarkose gelegt werden, ein Zahn wird gezogen, die Katze wacht in einer fremden Umgebung auf, fühlt sich benommen, hat vermutlich Übelkeit (zumindest bei unseren beiden ist das immer der Fall) und noch einiges mehr.

Ausgehend davon, das der Eingriff ansich unvermeidbar ist, kann man als Tierbesitzer dennoch eine Menge tun, um es der Katze – und damit auch sich selbst – so einfach wie möglich zu machen. Hier ein paar Einblicke in unsere Vorbereitungen.

- Am Tag vor dem Eingriff selber, bekommen unsere Katzen immer etwas zu essen, was es sonst nicht zu essen gibt. Da die beiden nun schon einige Jahre bei uns sind, haben sie inzwischen verstanden, das am nächsten Tag etwas besonderes ist und es sich lohnt, die Portion aufzuessen. Außerdem haben wir beobachtet, das dadurch am Folgetag weniger Stress bei den Katzen herrscht.
- Am Tag des Eingriffs nehmen wir uns ausreichend Zeit beide Katzen einzufangen. Nur wenige Katzen lassen sich gerne in eine Transportbox stecken. Deshalb sollte man sich ausreichend Zeit dafür nehmen, die Katzen einzsuammeln. Dazu versuchen wir jede Katze in einem Raum fest zu setzen (Tür zu machen). Sobald dies geschehen ist, stellen wir die Box hin und versuchen die Katze durch zureden zum eigenen Einstieg zu animieren. Jagdszenen versuchen wir zu vermeiden, da diese alle Beteiligten nur aufregen und ein nicht geringes Verletzungsrisiko darstellen.
- In der Transportbox liegt eine Decke, die den Geruch der Umgebung trägt. Ferner ein paar Leckerlies um den Stress erst mal einzufangen.
- Wenn es draußen regnet oder kalt ist, sollten Decken/Regenschirm zum Schutz parat liegen.
- Wie kommen Sie zum Tierarzt? Sofern Sie kein eigenes Auto haben, spendieren Sie allen Beteiligten lieber eine Taxifahrt. Fahrten auf dem Fahrrad oder dem öffentlichen Nahverkehr sind extremster Stress, sofern die Tiere dies nicht gewohnt sind – was wohl eher die Ausnahme sein dürfte. Da der Tag ansich stressig genug ist, tun Sie gut daran Zusatzstress zu vermeiden.
- Wir nehmen immer beide Katzen mit zum Arzt. Auch diejenige, die nicht behandelt wird. So nehmen beide den Geruch der Praxis und der Personen an. Hierzu reicht es eigentlich, die Katze, die nicht operiert wird nur wenige Minuten in der Praxis zu lassen. Auf diese Weise lassen sich “Revierkämpfe” verhindern, die sonst auftreten können, wenn die “OP-Katze” mit dem fremden Geruch wieder nach Hause kommt.
- Informieren Sie sich beim Arzt ab wann Sie anrufen können um zu wissen ob a) alles gut gelaufen ist und b) wann die Katze wieder abgeholt werden kann. Versuchen Sie ihre Katze so früh wie möglkich abzuholen. Hierbei empfiehlt es sich aber, so lange zu warten, bis die Katze auch richtig wach ist. Das ist meist erst nach 1 – 3 Stunden nach dem Erwachen aus der Narkose der Fall. Zumindest in den ersten 1 – 2 Stunden nach dem Aufwachen wird Ihre Katze taumeln, sich sehr unsicher bewegen und die Gefahr ist recht hoch, das sie sich verletzt, wenn sie frei umherläuft. Da ist es sicherer, die Katze ist beim Tierarzt unter Beobachtung in der Aufwachbox.
- Wenn Sie die Katze abholen bringen Sie im Idealfall wieder etwas mit, was die Katze kennt. Essen und Trinken geht aber noch nicht!
- Ihren Wohnraum sollten Sie vorher vorbereiten. Es ist wichtig zunächst 1 – 2 Räume zu haben, in denen sich die operierte Katze aufhalten soll. Da die Motorik etliche Stunden nach der Narkose beeinträchtigt sein kann, sollte die Katze möglichst keine Chance haben, zu klettern oder hoch springen zu können. Am besten ist ein Raum mit Teppichen, Sofa etc. Keine Tische, Schränke etc. Wenn sich die Möbel nicht mit sinnvollem Aufwand umstellen lassen, nutzen Sie Umzugskartons, um mögliche Verletzungszonen zu verbauen. Stellen Sie eine Toilette für die Katze bereit.
- Es ist normal, das sich eine Katze nach der Narkose übergibt.
- Der Arzt wird Ihnen sagen, wann die Katze wieder essen und trinken kann. Halten Sie sich am besten einfach dran :-) Lassen Sie sich vom Arzt eine Notfallnummer geben, die Sie kontaktieren können, wenn es nach Praxisschluß Fragen oder Probleme gibt.
- Und das allerwichtigste: Versuchen Sie selber Zeit zu haben, damit die operierte Katze Nähe erfahren kann, wenn ihr danach ist

Wir haben mit diesen Vorbereitungen gute Erfahrungen gemacht und schon etliche Katzen OP´s hinter uns. Das ist natürlich niemals toll, aber lässt sich in der Regel so gut aushalten. Wir drücken Ihnen die Daumen, das es ihren Stubentigern schnell wieder gut geht!