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Zahn ziehen bei der Katze

Besonders wenn Ihre Katze schon etwas älter ist, kann es sein, das Ihr Tierarzt empfiehlt der Katze Zähne zu ziehen. Das kann etwas mit falscher Ernährung (insbesondere nicht Katzengerechter) Ernährung zu tun haben, kann aber auch dann passieren, wenn Ihre Katze unter perfektesten Bedingungen lebt. Grund ist der natürlich Verfall und das Katzen früher (also vor mehreren hundert oder tausend Jahren) nicht diese beinahe schon testamentarischen Alter erreicht haben. Ferner gibt es, wie beim Menschen auch, einfach Katzen die schlechtere Zähne haben als andere.

Insofern ist es also zunächst ein normaler Vorgang, wenn der Katze Zähne gezogen werden sollen. Der Eingriff soll zum einen verhindern, das die Katze Schmerzen durch die Zähne bekommen kann. Dies kann dazu führen, das die Katze schlechter isst. Wichtiger ist allerdings, das entzündete Zähne in hohem Maße das Immunsystem belasten können und so Auslöser für teilweise nicht direkt erklärbare Krankheiten sein können.

Ein schönes Beispiel ist unser Kater Ernie. Ernie hatte über mehrere Jahre immer wieder Katzenschnupfen. Je älter er wurde, desto schwieriger wurde es dagegen vorzugehen und auch Immunpräparate wie Immustim halfen nicht mehr viel. Wir holten uns damals eine zweite Meinung ein und es ergab sich, das Ernie unter rezidvierenden Zahnentzündungen litt. Der Arzt empfahl uns damals fast die Hälfte der Zähne zu entfernen. Wir waren natürlich geschockt. Um es kurz zu machen: Wir haben die Zähne rausnehmen lassen, Ernie ging es nach 2 Tagen wieder gut, er isst wieder normal und hat seitdem (jetzt gut drei Jahre her) keine Infekte mehr gehabt und ist in Summe deutlich fitter. Seit dem lassen wir jedes Jahr einmal unsere Katzen untersuchen, ob Zähne gezogen werden müssen oder nicht.

Viele Katzenbesitzer haben Angst, das die Katze mit weniger Zähnen (oder gar keinen?) nicht mehr essen kann. Dies ist allerdings nicht der Fall. Katzen sind offensichtlich in der Lage im härtesten Fall nur mit den Zahnbänken zu essen – also komplett ohne Zähne. Sehr hartes Essen kann damit sicherlich nicht mehr zerkleinert werden – für normales Trockenfutter reicht es allerdings. Wenn Sie das Futter dann noch leicht darauf anpassen und zum Beispiel vor-zerkleinertes Fleisch anbieten, wird es Ihnen ihre Katze danken.

Wie geht nun aber das Zähne ziehen an sich von statten? Eigentlich recht simpel, nämlich: Katze morgens zum Tierarzt bringen. Die gute wird dort betäubt und unter Vollnarkose werden die betroffenen Zähne entfernt (das machen oft auch die Sprechstundenhilfen). Blutungen werden gestillt, die Katze wacht wieder auf und kann abgeholt werden. Am Folgetag kann die Katze dann im Grunde wieder normal essen und trinken. In den ersten Tagen macht es aber in jedem Fall Sinn sehr weiches Futter anzubieten. Mehr ist es auch nicht.

Wir denken, der Nutzen der Zahnentfernung kann sehr groß sein. Das Risiko ist extrem gering und es spricht eigentlich nichts dagegen einer Katze Zähne zu ziehen. Einzig bei der Menge der Zähne würden wir empfehlen achtsam zu sein. Wie beim Menschen auch, ist die Entfernung ansich schon eine Belastung für den Organismus und es kann zu temporären Schmerzen führen. Sollte es nötig sein sehr viele oder alle Zähne zu entfernen, lassen Sie dies lieber schritttweise vornehmen.

Katze und Schwangerschaft

Sie sind Besitzer einer oder mehrerer Katzen und ein Familienmitglied ist schwanger? Herzlichen Glückwunsch. Wir genießen selber die tollen Momente, die ein Kind später gemeinsam mit den Katzen erleben kann. Bis es soweit ist, muss natürlich die Schwangerschaft “durchlaufen” werden. Vom Grunde her alles ganz unkompliziert. Nun gibt es allerdings doch zahlreiche Artikel und noch mehr Diskussionen darüber, ob Katzen und Schwangerschaft, bzw. Katzen und Kinder zusammen passen. Dieser Blogeintrag beschäftigt sich zunächst nur mit der Fragestellung, ob Katzen und Schwangerschaft zueinander passen.

Um es in einem Satz zu beantworten: Ja, natürlich passen Schwangerschaft und Katzen generell zusammen. Es gibt wirklich keinen Grund, in einer Kurzschlußhandlung die Katzen abzugeben. Und ja – es gibt scheinbar Menschen, die verunsichert durch Umfeld und Medien, das wirklich tun.

Das Thema ist im Bezug auf die Schwangerschaft vor allem Toxoplasmose. Toxoplasmose sind kleine Sporentierchen, die eine Infektion beim Menschen auslösen. Erwachsene überstehen diese ohne Probleme und in vielen Fällen sogar ohne nennenswerte Symptome. Ungeborene im Mutterleib hingegen, haben noch kein Immunsystem, das die Toxoplasmose abwehren kann und sind somit dem Erreger schutzlos ausgeliefert. Toxoplasmose steht im Verdacht, bei Ungeborenen teils schwere Fehlbildungen, zum Beispiel an Augen und Gehirn, zu verursachen und im schlimmsten Fall zum Absterben des Ungeborenen zu führen. Über die Faktenlage streiten sich Mediziner zwar, jedoch wird wohl jede schwangere Frau auf Nummer Sicher gehen wollen und jedes Risiko ausschließen wollen.

Hier kommt nun die Katze in Spiel, denn die Katze ist einer der Haupt Wirte für Toxoplasmose. Geschätzt 80 – 90% aller Katzen tragen Toxoplasemose in sich. In der Natur des Erregers liegt, das ein befallener Wirt ein Leben lang nach dem Befall Erreger in sich trägt und diese potentiell abgibt. Somit kann sich ein Mensch bei einer mit Toxoplasmose befallenen Katze anstecken. Das allerdings nur dann, wenn:

- Der Mensch in Kontakt mit den Toxoplasmose Erregern kommt
- Der Mensch selber noch keine Toxoplasmose hatte

Sobald ein Mensch sich einmal infiziert hatte, trägt er selber nicht nur das Virus in sich, sondern auch entsprechende Antikörper und ist somit geschützt. Eine neuerlich Infektion ist ausgeschlossen.

Wenn ein Mensch sich noch nicht infiziert hatte, muss er in direkten Kontakt mit den Toxoplasmose Erregern kommen. Diese finden sich bei Katzen im Kot. Es gilt dann also in diesem Fall, keinen Kontakt zu Katzenkot zu haben. Bzw. wenn dieser Kontakt doch hergestellt wurde, unverzüglich die betroffenen Bereiche gründlich zu reinigen. In der Regel dürften dies die Hände sein. Katzenkot auszuweichen sollte generell auch möglich sein. Hier ein paar Anregungen für eine Checkliste:

- Schwangere reinigen nicht die Katzentoilette. Katzenkot wird einem Extrabeutel entsorgt
- Sicherstellen, das die Katze nicht mit Lebensmitteln der Menschen in Kontakt kommt, bzw. auch nicht mit Arbeitsbereichen wo mit Lebensmitteln hantiert wird (Arbeitsflächen in der Küche, etc.)
- Bei Freigängern nach jedem Fellkontakt Hände waschen; im Besten Fall auch bei Hauskatzen nach dem “Streicheln” Hände waschen

Am besten ist es jedoch nach Kenntnis über eine Schwangerschaft die schwangere Frau und im Haushalt befindliche Katzen auf Toxoplasmose testen zu lassen. Sofern die Frau selber den Toxoplasmose Erreger in sich trägt ist generelle Entwarnung angesagt. Dann besteht keine Gefahr mehr. Wenn die Frau den Erreger nicht in sich trägt, die Katzen jedoch, sollte besondere Vorsicht walten, da die Erreger vorhanden sind und generell übertragen werden können. Sollten Frau und Katzen den Erreger nicht in sich tragen, muss man unterscheiden nach Hauskatze und Freigängern. Bei Freigängern besteht im Grunde jederzeit das Risiko, das die Katze sich außerhalb der Wohnung/Haus infiziert und die Errger übertragen werden können. Da die Erkrankung bei der Katze keine Symptome zeigen kann, muss in dieser Siatuation also so gehandelt werden, als hätte die Katze bereits Toxoplasmose. Wenn es sich um eine Hauskatze handelt, können Sie Erregerquellen für Toxoplasmose ausschließen und damit das Risiko eliminieren, oder zumindest sehr stark minimieren.

Mögliche Erreger sind:- Kot eines anderen, mit Toxoplasmose befallenem, Wirtes (Mensch, Tier etc.)
- Salate, Rohkost, Obst, etc. (wegen möglicher Kotspuren – auch nicht sichtbaren – auf dem Lebensmittel)
- Rohes Fleisch jeglicher Art
Bei einer reinen Trockenfutterernährung sind zumindest im Bezug auf die Lebensmittel alle Gefahren ausgeschlossen. Wir haben seiner Zeit zusätzlich noch Hähnchenfleisch blanchiert und zugefüttert.

Letztlich muss natürlich jeder das Risiko für sich selber einschätzen und bewerten. Wir hoffen ein paar Optionen für die Fragestellung Schwangerschaft und Katze aufgezeigt zu haben. Wenn Sie schwanger sind, sollten Sie sich in jedem Fall auf Toxoplasmose testen lassen. Und denken Sie daran: Hauptübertragungsweg sind nicht Katzen sondern Lebensmittel die wir Menschen essen. Auch hier gilt:

- Kein Salat
- Keine Rohkost
- Obst nur nach intensiver Reinigung
- kein rohes Fleisch (auch keine Mettwurst, Salami, englisches Steak etc.)

Wir wünschen Ihnen gute Gesundheit!

 

Tierarzt – richtig wählen macht froh

Wer ein Haustier hat, hat auch recht bald einen Tierarzt. Jedes Haustier nuss regelmäßig zu den Routineuntersuchungen und wie bei uns Menschen, kommt es natürlich auch bei Tieren zu “ungeplanten” Besuchen im Rahmen von Erkrankungen, Unfällen etc. Außerdem wird auch ein Haustier mit zunehmendem Alter natürlich anfälliger, sodass sich über die Lebenszeit des Haustieres meist auch die Besuchsintervalle verkürzen.

Sofern Sie keine Krankenversicherung für Ihr Tier abgeschlossen haben, müssen Sie die aus den Besuchen entstehenden Kosten selber tragen. Spätestens hier wird es dann für die meisten spannend. Denn zum einen möchte man natürlich nicht unnötig Geld ausgeben, aber auch nicht am falschen Ende sparen und eine möglichst gute Leistung erhalten.

Weiterhin ist es auch bei Ärzten aller Art nun mal so: Es gibt gute und weniger gute. Ihr Anliegen wird daher unterm Strich wohl sein: Wie finde ich den besten Arzt in meiner Gegend, der zugleich auch noch bezahlbar ist für mich?

Die Angst davor über den Tisch gezogen zu werden, können Sie sich selber nehmen. Die Gebühren, die ein Tierarzt nehmen darf, sind in der entsprechenden Gebührenordnung definiert. Dort steht auch, das der Arzt die Gebühren mit 1 – 3 fachen Satz abrechnen darf. Die Höchstsätze sind für besondere Situation gedacht – also Notdienste, Wochenende, etc. Sie können Ihren Tierarzt aber gut fragen, zu welchem Satz er reguläre Termine abrechnet und haben so eine Vergleichsmöglichkeit für die Kosten die entstehen können. Hierfür ist es natürlich erforderlich, das Sie die Rechnungen prüfen, die Sie vom Tierarzt erhalten. Hier werden die durchgeführten Leistungen aufgeführt und dort sollten logischer Weise nur Leistungen stehen, die Sie auch bezogen haben.

Allerdings sind wir der Meinung, das die Kosten alleine nicht ausschlaggebend sein sollten. Wichtiger ist sicherlich, das der Tierarzt ihr Haustier respektvoll behandelt, gute Diagnosen stellt, eine sinnvolle Behandlung anwendet und Sie als Tierhalter ausreichend informiert. Nicht zuletzt ist eine gute Praxisorganisation hilfreich. Daraus lässt sich dann auch für einen Tierarztbesuch eine recht einfache Checkliste basteln:

- Konnte ich einen Termin vereinbaren, oder musste ich warten (hier muss jeder selber entscheiden, was er besser findet)
- Wenn es einen Termin gab: Wurde dieser eingehalten? (max. +15 Minuten)
- Können Tier und Besitzer stressfrei auf den Termin warten
- Hat der Arzt das Tier und Sie zunächst begrüßt? Wurde eine Bindung zum Tier aufgebaut?
- Hat das Praxispersonal Ihr Tier so behandelt, das Sie damit einverstanden sind?
- Hat der Tierarzt eine fachlich fundierte Anamnese durchgeführt?
- Konnte eine Diagnose gestellt werden?
- Wurde ein Vorgehen vom Tierarzt definiert?
- Wurden Anamnese, Diagnose und Vorgehen Ihnen auf verständliche Weise erläutert?
- Wurde eine mögliche Behandlung zu Ihrer Zufriedenheit durchgeführt?
- Sind Sie mit dem Behandlungsergebnis zufrieden?
- Wurde Ihnen einen Rechnung ausgestellt?

Gerade die fachlichen, medizinischen, Aspekte lassen sich natürlich oftmals für einen Laien nur schwer einschätzen. Hier können wir Ihnen empfehlen, verschiedene Meinungen einzuholen und so Vergleiche ziehen zu können. Diese Vergleichsmöglichkeit bietet sich auch besonders bei komplexeren Themen an.

Schlußendlich bietet es sich natürlich noch an, sich im Internet über die Erfahrungen anderer zu informieren und sich auf diese Weise Anregungen zu holen. Hier können wir Qype empfehlen. Dort gibt es zumindest für alle größeren Städte zahlreiche Einträge. Allerdings muss man aufpassen: Gerade unter Ärzten soll es wohl sehr beliebt sein Kollegen mit Fakeeinträgen zu diskreditieren. Zumindest hat unser eigener Tierarzt diverse negative Einträge bei Qype. Wir selber würden nach 8 Jahren Zusammenarbeit unsere Hand für ihn ins Feuer legen. Nun denn….Internet :-)

Abschließend möchten wir Ihnen noch Adreßpflege ans Herz legen. Suchen Sie sich in einer ruhigen Minute die Telefonnummern von umliegenden Notfallpraxen und Tierkliniken heraus. Fragen Sie Ihren Tierarzt ob er einen Notruf anbietet. Speichern Sie diese Telefonnummern unter sinnvollen Begriffen in ihren Telefonen ab. So müssen Sie nicht suchen, falls doch mal etwas ungeplantes passiert – und das ist ja meistens dann der Fall, wenn der eigene Tierarzt geschlossen hat. Aber wir drücken Ihnen natürlich die Daumen, das Sie das nie brauchen…..